Green Paintshop, ein Beitrag zur mehr Energieeffizienz und Ressourcenschonung in der Automobillackierung

Effizienz und Nachhaltigkeit, das sind die großen Trends unserer Zeit. Nicht zu unrecht. Die natürlichen Ressourcen sind begrenzt, der rasant steigende Energiebedarf insbesondere in den Wachstumsmärkten der Schwellenländer stellt die Volkswirtschaften dort vor große Heraus­forderungen. Auch in der Fahrzeug­fertigung sind Lösungen gefragt, die den Energieverbrauch und somit die CO2 Emissionen senken und mit den vorhandenen Ressourcen schonend umgehen. Mit seinem Green Paintshop-Konzept stellt Dürr ein ganzheitliches Lösungspaket mit über zwanzig anlagentechnischen Maßnahmen für maximale Energie- und Ressourceneffizienz in der Automobillackierung zur Verfügung.

Jeder Lackierprozess beginnt mit der Vorbehandlung und der sich anschließenden Tauchlackierung. Hier hat sich das Rotationsverfahren durchgesetzt. Für unterschiedliche Anforderungen an Anlagenkapazität und Flexibilität stehen in der RoDip Familie von Dürr insgesamt drei Systeme zur Verfügung. Mit der RoDip Technologie lassen sich besonders platzsparende Layouts realisieren. Die fehlenden Ein- und Auslaufschrägen führen jedoch nicht nur zur Verkürzung der Anlagenlänge, sondern auch zur Reduzierung der Beckenvolumina. Damit verbunden sind geringere Material- und Energiekosten, letztere sind um fünfunddreißig Prozent geringer im Vergleich zur konventionellen Pendelfördertechnik.

Stand der Technik bei den Spritzlackierprozessen ist ein Zu- und Abluftbetrieb in den Spritzkabinen. Für die erforderliche Luftauf­bereitung wird ein Großteil der Energie benötigt, die in einer Lackiererei verbraucht wird, nämlich knapp sechzig Prozent. Eine Umluftführung der Kabinenluft würde einen erheblichen Anteil dieser Energie sparen. Voraussetzung dafür ist ein gegenüber der Nassauswaschung deutlich verbesserter Wirkungsgrad der Overspray­abscheidung und keine Luftfeuchtig­keitserhöhung, wie sie bei der Nassauswaschung erfolgt. Hier beschreitet Dürr mit dem EcoDryScrubber neue Wege. EcoDryScrubber beruht auf dem Prinzip der Trockenabscheidung mit Hilfe von Kalksteinmehl als Bindemittel für die Lackpartikel. Das gesättigte Kalksteinmehl wird in Abhängigkeit vom Sättigungsgrad automatisch durch frisches ersetzt und kann unbehandelt in anderen Produktionsprozessen verwertet werden. Mit anderen Worten: mit dieser neuen Technologie fällt kein Lackschlamm an, der als Sondermüll zu entsorgen ist, ist kein Abwasser zu behandeln, sind keine Chemikalien für die Koagulierung erforderlich. Betrachtet man die Energiebilanz der gesamten Lackiererei, so können durch den Einsatz der Trocken­abscheidung dreißig Prozent der Gesamtenergie eingespart werden, bezogen auf die Lackierkabine beträgt die Einsparung immerhin sechzig Prozent. Die hier nur kurz skizzierten Vorteile haben bereits viele Anwender weltweit überzeugt. Seit der Einführung dieser Technologie hat Dürr bereits Aufträge für dreißig Linien erhalten.

Auch die eigentliche Lackapplikation bietet zahlreiche Möglichkeiten zu mehr Effizienz und Ressourcenschonung, besonders wichtig, wenn man den großen Anteil der Materialkosten an den Gesamtkosten der Fahrzeuglackierung betrachtet. So können mit innovativen Farbwechselsystemen die Farbwechsel­verluste auf ein absolutes Minimum reduziert werden. Eine weitere Innovation im Bereich der Applikationstechnik ist die neue EcoBell3. Bei diesem Rotations­zerstäuber ist es erstmalig gelungen, die Außenaufladung so kompakt zu gestalten, dass damit eine Innenlackierung von Fahrzeugen möglich ist.

Wo lassen sich in einer Lackiererei noch größere Energiemengen einsparen? Bei der Trocknertechnik und der zugehörigen Abluftreinigung. Die kompakte Bauweise des Trockners mit einer asymmetrisch gestalteten Haltezone, integriertes Luftmanagement und Wärmerückgewinnung in Verbindung mit der neuen, optimierten TARCOM V Brenner­technologie von Dürr bringen weitere fünfzehn Prozent. Der TARCOM V Brenner, und das gilt grundsätzlich für alle Systeme, ist so konzipiert, dass eine Nachrüstung von bestehenden Anlagen erfolgen kann.

Es reicht nicht, energiesparende und umweltschonende Technik zu entwickeln, man muss sie auch richtig betreiben. Hierzu hat Dürr seine Leittechnik EcoEMOS um eine interessante Komponente erweitert – das Softwaremodul EcoEMOS Energy. Dieses Tool ermöglicht die gezielte Erfassung und Auswertung von Verbrauchswerten. So können einzelne Verbrauchsstellen optimiert, überflüssige identifiziert und eliminiert werden. In Kombination mit dem in EcoEMOS hinterlegten Arbeitszeitmodel kann eine gezielte und automatisierte Reduzierung von Verbrauchern in produktionsfreien Zeiten einfach realisiert werden.

Bei neuen Lackieranlagen, sogenannten Greenfield-Projekten, lässt sich ein schlüssiges Energie und Ressourcen schonendes Konzept sicherlich einfacher verwirklichen. Gerade Altanlagen aber bieten beim genauen Hinschauen auch sehr große Optimierungspotenziale. Dürr bietet hierzu ein Assessment an, welches von ausgewiesenen Experten mit einer langjährigen Erfahrung und einem umfangreichen Prozess-Know-how durchgeführt wird.

Eine Lackiererei ist ein energieintensiver Produktionsbereich. Mit dem Green Paintshop bietet Dürr ein Konzept an, mit dem ein effizienter und umweltschonender Betrieb der Anlage ermöglicht wird. Als positiver „Nebeneffekt“ lassen sich erhebliche Kosten sparen, ein zweistelliger Millionenbetrag, über die Modell-Zykluszeit von sieben Jahren in einer Lackiererei mit hundertfünfzigtausend Einheiten pro Jahr gerechnet. 

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