Hohe Anforderungen an Klebesysteme im Karosserierohbau

Das Kleben erlangt einen immer höheren Stellenwert in der Karosseriefertigung. Es dient neben dem Dämmen und Abdichten vor allem der Verbindung von Karosserieteilen. Innovative Leichtbaukonzepte mit einem Mix aus alternativen Materialien kommen ohne Klebeverbindungen gar nicht mehr aus. Zu diesen Materialien zählen Aluminium, Magnesiumlegierungen, höherfeste Stähle sowie verschiedene Verbundwerkstoffe. Kosten-Nutzen-Analysen verdeutlichen den wirtschaftlichen Vorteil des Klebens, insbesondere im Vergleich zu herkömmlichen Fügeverfahren wie Durchsetzfügen, Nieten, Kleben, Schrauben, Bördeln oder Schweißen. Zudem lassen sich die steigenden Anforderungen an Sicherheit, Steifigkeit und Komfort von Autos durch den Einsatz der Klebetechnik besser erfüllen.

Gewusst wie

Im Jahr 2010 akquirierte Dürr die Klebetechnikfirma Rickert, die mittlerweile zur Dürr Systems Wolfsburg GmbH umfirmiert wurde. Dadurch konnte Dürr sein Angebot und sein Know-How im Bereich Kleben im Rohbau stark erweitern. Dank der branchenspezifischen Erfahrung der Wolfsburger Experten gemeinsam mit der globalen Dürr-Organisation stellt Dürr ein lückenloses Klebeangebot weltweit zur Verfügung. Das Eco+Efficiency System von Dürr umfasst alle Dimensionen der Effizienz in der Produktionsautomatisierung. Bezogen auf den Bereich Kleben bedeutet dies: ausgereifte Lösungen für automatisierte Prozesse im Karosseriebau. Mit diesen material- und energieeffizienten Lösungen unterstützt Dürr seine Kunden im Produktionsprozess und senkt so die Stückkosten – bei höchster Qualität – nachhaltig. Das Dürr-Produktportfolio für Klebesysteme umfasst Applikatoren, Dosiertechnik, Materialversorgungspumpen sowie die zugehörigen Applikationssteuerungen. Die Applikatoren ermöglichen das Auftragen hochviskoser Klebstoffe mit verschiedenen Auftragsverfahren, wie z.B. Wirbelsprühen oder Breitschlitzauftrag, und unterschiedlich definierbaren Querschnitten der Klebstoffraupe. Die Querschnitte werden mit der Bewegung synchronisiert und bleiben durchgängig konstant. Die präzise Positionierung des Karosserieteils zum Klebeapplikator erfolgt häufig mithilfe eines Roboters. Ecopaint-Gluing-Dosiersysteme von Dürr erfüllen alle Anforderungen an die optimale Dosierung hochviskoser Klebstoffe. 1K- oder 2K-Durchflusskolbendosierer finden hier Anwendung, bei Spezialanwendungen auch Kammerdosierer.

 

Innovative Kurzraupentechnologie spart Zeit und Material

Ein Beispiel für effizienten Ressourceneinsatz ist die innovative Kurzraupentechnologie von Dürr. Sie arbeitet mit einem elektrischen Servoantrieb, der ein deutlich schnelleres und genaueres Öffnen und Schließen des Auftragskopfs ermöglicht als herkömmliche Nadelventile und -pistolen mit Pneumatik. Dadurch kann die Kleberaupe bei der Kombination von Punktschweißen und Kleben in exakt definierten Abständen unterbrochen werden. Dies spart Material. An den kleberfreien Stellen können Schweißpunkte angebracht werden, ohne den Kleber zu „verbrennen“. Ein weiterer Vorteil: Die Kurzraupentechnologie beschleunigt die Kleberapplikation erheblich, was die Taktzeiten im Rohbau reduziert.

 

Standardisierung meets Innovation

Auf seiner Kundenmesse Open House stellte Dürr im Frühjahr 2012 innovative Klebeapplikationsprodukte vor. Die Produkte sind ein Resultat langjähriger Erfahrung im Kleben. Darüber hinaus fließen Erkenntnisse aus modernen Methoden, wie z.B. der physikalischen Modellbildung, ein. Die beim Kleben verwendete Steuerungssoftware bietet die Möglichkeit, alle Abläufe des Klebeprozesses vorab in der Simulation zu überprüfen. Darüber hinaus sind selbstverständlich Tests unter Praxisbedingungen notwendig. Im Ecopaint Testcenter Gluing am Dürr-Standort Bietigheim-Bissingen werden die Abläufe der Klebeapplikation unter realen Bedingungen optimiert. Auch in Sao Paulo und Shanghai können jetzt Kunden in standardisierten Dürr-Klebetestcentern ihre Klebeprozesse vor dem Produktionsstart optimieren. Weitere Testcenter in Kundennähe werden folgen.

 

Nachfrage nach Klebeapplikationen im Karosserierohbau steigt

Die zunehmende Nachfrage nach Klebetechnik im automobilen Rohbau spiegelt sich auch in der aktuellen Auftragslage bei Dürr wieder. Seit Jahren werden Audi-Werke mit bewährten Dürr-Klebesystemen ausgerüstet. Auch andere Automobilhersteller in China, Ungarn und der Slowakei greifen auf die Dürr-Systeme zurück.

Vom VW-Konzern hat Dürr kürzlich seinen bisher größten Auftrag erhalten. Bis Ende 2014 werden sukzessive rund 520 automatische Klebesysteme bei Audi in Ingolstadt und Neckarsulm sowie im VW-Werk Bratislava installiert. Die von Audi bestellten Klebesysteme werden im Rohbau zum Einsatz kommen. Dank seiner globalen Präsenz kann Dürr im wachsenden Markt für Klebetechnologie im Automobilbau weltweit überall anbieten, wo solche Lösungen gebraucht werden.

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